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„Vielfältige Lebenswege“ – Expertentag 2026 an der EvT

Am 12. März 2026 fand an der EvT zum wiederholten Male der Expertentag im Zuge der Berufsorientierung für die Jahrgangsstufe 9 statt. Während die anderen Klassen im Rahmen eines Bildungsgangs in Brühl, Köln oder der weiteren Umgebung unterwegs waren, stand für die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler vor diesem Hintergrund ein besonderes schulisches Angebot auf dem Programm:

 

Dabei wurde der diesjährige Expertentag, der mittlerweile schon zu einem festen Bestandteil im Kontext der Berufsorientierung an der EvT geworden ist, erstmalig in einem ganz neuen Konzept gestaltet. Der Hintergrund: Die Schülerinnen und Schüler sammeln bereits in den Praktika, auf Berufsmessen und bei Unternehmensbesuchen zahlreiche Eindrücke zu konkreten Berufsbildern und Angeboten. Bei der Auseinandersetzung mit einer beruflichen Zukunft geht es jedoch nicht nur um konkrete Arbeitsfelder oder die Unternehmen selbst, sondern unter anderem auch darum, sich bewusst zu machen, dass berufliche Werdegänge selten geradlinig verlaufen – und dass genau darin oft große Chancen liegen.

 

Anstelle klassischer Berufsorientierung stand beim diesjährigen Expertentag also die Frage im Fokus, unter welchen Bedingungen Lebens- und Berufswege entstehen, wie sich Anforderungen verändern und welche (Soft-) Skills in einer sich wandelnden Arbeitswelt besonders wichtig sind. Damit rückte auch die persönliche Lebensführung und ihr Einfluss auf berufliche Werdegänge stärker in den Fokus.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 nahmen vor diesem Hintergrund an verschiedenen Vorträgen teil, die direkt in ihren Klassen stattfanden. Dabei besonders interessant: Die diesjährigen Referentinnen und Referenten kamen nicht nur von außerhalb, sondern in Teilen aus ihrem schulischen Alltag selbst.

 

So berichtete etwa die Schulbegleiterin Simone Spicale eindrucksvoll und nahbar von ihrem persönlichen und familiären Hintergrund und wie er ihren eigenen, vielfältigen beruflichen Weg maßgeblich geprägt hat.

Unser Hausmeister erzählte zudem von seinem Weg von Berlin nach Brühl und gab spannende Einblicke in die vielfältigen Aufgaben, die er an unserer Schule übernimmt. Dabei stellte er ebenso lebhaft dar, wie seine ursprünglichen Tätigkeiten als Maler und Lackierer sowie seine langjährigen Erfahrungen als Messebauer ihn letztlich zu uns geführt haben.

Und auch unser Schulpfarrer Daniel Sluminsky schilderte, dass er ursprünglich einen ganz anderen beruflichen Werdegang einschlug und beschrieb dabei eindrucksvoll seinen Weg vom Theater hin zum Theologiestudium. Hierbei machte vor allem deutlich, wie sich Interessen und Lebensentscheidungen im Laufe der Zeit verändern können.

 

Unterstützt wurde der Expertentag des Weiteren durch „LifeTeachUs“, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin, die Schulen dabei hilft, externe Expertise in den Unterricht zu bringen und gleichzeitig Ausfallstunden abzubauen. Über digitale Zuschaltungen per App konnten vor diesem Hintergrund weitere spannende Einblicke in persönliche Arbeitswelten ermöglicht werden.

 

So berichtete beispielsweise ein junger Unternehmer den Schüler/innen von seinem außergewöhnlichen Werdegang als „Selfmade-Man“ im Bereich „Immobilien und Recht“, der bereits mit Anfang 30 am Aufbau mehrerer Unternehmen beteiligt war und heute eine Firma mit zahlreichen Mitarbeitern leitet. Besonders beeindruckend für die Schülerinnen und Schüler stellte sich bei diesem Vortrag auch die Frage dar, wie früh man – nicht nur finanziell – viel erreichen kann, wenn man von Beginn an Verantwortung übernimmt und konsequent an seinen Zielen arbeitet.

 

Ein weiterer Beitrag kam zudem aus der IT-Branche und griff ein hochaktuelles Thema auf: Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Dabei wurde deutlich, welche Tätigkeiten sich verändern oder möglicherweise wegfallen könnten – und welche Aufgaben auch in Zukunft zwingend von Menschen übernommen werden müssen, etwa aus rechtlichen, aber vor allem auch aus ethischen Gründen.

 

Und auch die Chemiebranche war vertreten: Gleich zwei Referenten – einer vor Ort, einer digital zugeschaltet – gaben Einblicke in internationale Arbeitszusammenhänge und machten die in diesem Kontext große Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen, insbesondere im Englischen, deutlich. Zudem wurde das Thema „Nachhaltige Produktion“ angesprochen und damit noch einmal auf andere Weise der Bezug zur Relevanz einer verantwortungsvollen Lebensführung hergestellt.

 

Alles in allem kann der Expertentag 2026 als voller Erfolg bezeichnet werden: Er hat nicht nur gezeigt, wie vielfältig Lebens- und Berufswege sein können, sondern dass es oft gerade die Umwege sind, die wertvolle Erfahrungen ermöglichen. Für die Schülerinnen und Schüler bot der Tag eine wichtige Gelegenheit, über den eigenen Weg nachzudenken und neue Perspektiven zu gewinnen. Bereichernd und unterstützend bei der eigenen Berufswahl kann dabei sicherlich auch die Erkenntnis sein, dass der Einstiegsort in die Berufswelt nicht die berufliche Heimat für immer sein muss.

 

In diesem Sinne bedankt sich die EvT herzlich bei allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass der Expertentag 2026 wieder zu einer tollen Erfahrung für die Schüler/innen werden konnte und ist schon gespannt auf das, was die zukünftigen Neuntklässler/innen im nächsten Jahr erwartet.