Besinnungsfahrten in der Klasse 9

Einmal in ihrer Schulzeit, nämlich in der Stufe 9, begeben sich die Schülerinnen und Schüler unserer Schule auf „Besinnungsfahrt“ oder – vielleicht treffender - Orientierungsfahrt.  
 
Ein paar Tage lang sollen sie sich eine Auszeit vom normalen Schulalltag nehmen, um in einer anderen Umgebung Ruhe und Muße zu finden, sich ungestört vielleicht auch etwas tiefer gehende Gedanken zu sich selbst und ihrem Standpunkt innerhalb der menschlichen und hier wiederum besonders der christlichen  Gemeinschaft machen zu können.  
 
Dabei werden sie von ihrer Klassenlehrerin bzw. ihrem Klassenlehrer begleitet und von einem Referententeam angeleitet, das ihnen Anregungen und Denkanstöße vermittelt und den nötigen Rahmen für eine intensive und fruchtbare Auseinandersetzung mit Fragen des Daseins schafft.  
 
Welche Problemkreise im Einzelnen behandelt werden, wird mit den  Gruppen je nach Interessenlage zu Beginn dieser Tage individuell festgelegt. In diesem Jahr fanden die Besinnungstage in Vallendar bei Koblenz, Essen - Kettwig und Altenberg im Bergischen Land statt.  
  
Im Folgenden berichtet Dirk Boos über die Orientie­rungstage in Altenberg:  
 
Die 9d in Altenberg Die Orientierungsfahrt ist nun auch wieder Vergangenheit. Aber wer jetzt denkt, es ginge bloß um das Beten in einer Kapelle, der irrt gewaltig!  
 
Vielleicht werden Sie sich jetzt fragen: „Wie denn dann, wenn nicht so?"  
 
Genau das wollen wir Ihnen in dem nun folgenden Bericht näher bringen.   
  
 
Altenberg - Montag  
Altenberg ist ein beliebtes Pilgerziel für Christen, weil hier der Altenberger Dom steht. So verirrte sich auch die 9d hierher. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den verspäteten Reisebussen fuhren die Schülerinnen und Schüler zum ehemaligen Kloster. Um gut 10:30 Uhr stoppte der Bus endlich vor dem Gästehaus und die Schülerinnen und Schüler durften den kurzen Weg zum Eingang bewältigten. Doch bevor sie ihre Zimmer beziehen durften, stellte ihnen Pfarrer Wolff noch eine Aufgabe: die Gegend zu erkunden und etwas  mitzubringen. Die Schülerinnen und Schüler hatten kein Problem damit, sich auf dem Gelände zu verteilen und kehrten sogar wieder alle zurück ins Haus. Die Mitbringsel waren allerdings nicht ganz so "naturgebunden", wie man es sich viel­leicht erhofft hatte. Unter den Gegenständen befanden sich Handys, Ketten, Steine und sogar eine Bierflasche, die Joshua im Gebüsch gefunden hatte. Alles zusammen wurde auf einem Tuch angeordnet und sollte die Klassengemeinschaft symbolisieren. Jetzt wurde deutlich, was für ein Band die Klasse zusammenhielt. Danach wurde zum Essen gebeten. Bis auf die EvT bevölkerte zu diesem Zeitpunkt noch keine andere Gruppe die Einrichtung. Das Essen stimmte alle glücklich, der Einzug in die Zimmer dagegen nicht alle. Nach einer Viertelstunde in der vorübergehenden Bleibe wurde zur Meditation gerufen. Diese wurde in der hauseigenen Kapelle abgehalten und endete mit dem Anzünden von Kerzen, die die Schülerinnen und Schüler mitgebracht hatten. Nun folgte noch eine willkommene Pause, bis der nächste Programmteil des Tages anfing. Die ersten Themengruppen und ein Orientierungsspiel starteten. Dabei wurden den Schülerinnen und Schülern Fragen gestellt, bei denen sie sich für eine Ecke (symbolisch für die Antworten) des Raumes entscheiden mussten. Nach der Theorie erwartete die Reisenden das Nachtgebet und zwar im Wald. Schnell wurden Fackeln angezündet und ein Marsch durch den Wald folgte. Trotz Schwierigkeiten auf dem Hin- und Rückweg kamen die Schülerinnen und Schüler auch gesund wieder zurück und konnten es sich auf ihrem Zimmer gemütlich machen.  
  
 
Altenberg - Dienstag 
Um 8:00 Uhr standen die Schülerinnen und Schüler (teilweise protestierend) auf, um in einer Viertelstunde, in der Kapelle, den Tag zu beginnen. Wieder wurden am Ende die Kerzen angezündet. Danach durften die Schülerinnen und Schüler erst mal ihren Magen beruhigen, um sich für das heutige Programm zu stärken. Zunächst wurden die Themen  „Vertrauen und Gemeinschaft“ angesprochen. Ein Hockeyturnier startete kurz darauf im Gruppenraum. Wieder folgte eine Pause, die in einer „Reise“ zum Dom gipfelte. Der Dom ist einfach gebaut, nichts Spektakuläres, obwohl das riesige Fenster in der Frontseite für sich selbst spricht. Er ist nicht so verziert, wie man es von vielen anderen Kirchen kennt, sondern man hat das Gefühl, dass jegliches Gold fehl am Platze wäre. In der Kirche suchten sich die Schülerinnen und Schüler für eine halbe Stunde einen Platz, um die Stimmung in Ruhe auf­nehmen zu können. Der Ausflug war dann beendet und die Schülerinnen und Schüler konnten zurück zur Herberge gehen. Trotz der Zerreißprobe durch das Hockeyturnier gab der Raum dann, Stunden später, noch genug Mobiliar her, um den Film „Kroko" mit anschließender Diskussion zu sehen.  
  
 
Altenberg - Mittwoch 
Wieder begann der Tag um die gleiche Zeit und mit einer Meditation in der Kapelle. Das geplante Programm startete dann nach dem Frühstück mit weiteren Themengruppen, die die Schülerinnen und Schüler sich aussuchen durften.  
 
Die Themen waren: „Tod“, „Zukunft“, „Gemeinschaft“ und „Gott“ und hatten alle ihre eigene besondere Gestaltung. So hörte die Gruppe „Tod" das Lied „Tears in Heaven“ von Eric Clapton und jeder durfte seine eigene Todesanzeige schreiben. Nach der Pause konnte man sich wieder ent­scheiden. Man ging entweder auf eine reale physische oder eine vorgestellte mentale Reise. Beide führten in den Wald vor der Herberge und endeten wieder in dieser. Im Gruppenraum beendete Pfarrer Wolff am Abend mit der Klasse und den Referent/innen die Fahrt mit einem Gottesdienst. Zum Schluss bekam jeder von den Referent/innen eine Rose überreicht. Nach einem abendlichen Pizzaessen endete der Tag dann irgendwann mit der Nachtruhe.  
  
 
Altenberg - Donnerstag 
Der Beginn des letzten Tages fügte sich nahtlos in die anderen Tage ein. Es folgte jedoch keine Theorie, wie an den Vortagen, sondern ein großes Gerangel wegen des Packens der Taschen. Trotzdem standen die Koffer bald zusammen in der kleinen Halle. Wie schon am Montag ließ der Bus etwas auf sich warten und verdammte die Eltern in Brühl in Eiseskälte zum Warten auf die Schülerinnen und Schüler. Im Bus wurde von dem netten Fahrer noch eine DVD eingeschoben und es ging zurück zur Schule.  
  
 
Rückblick  
Im Nachhinein waren sich alle einig, dass es ein paar gelungene Tage waren und die Befürchtungen, die man vorher gehegt hatte, keinesfalls berechtigt waren. So bot diese Zeit vor allem die Gelegenheit, mehr über die Klassenkameradinnen und –kameraden zu erfahren und teilweise ganz unerwartete Seiten an ihnen zu entdecken. Spannungen, die schon länger in der Klasse geherrscht hatten, lösten sich auf und es herrschte einfach eine gute Stimmung. Wollen wir hoffen, dass diese auch für die nächste Zeit erhalten bleibt, damit die Schülerinnen und Schüler in einem entspannten Klima die entscheidenden letzten anderthalb Jahre ihrer Schulzeit meistern können.   
  
 
Dirk Boos, 9d  
 
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